Ratgeber

Bergkristall – Heilstein und Schmuckstein

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Klarer Bergkristall mit Einschlüssen

Vielen Mineralien und Gesteinen sagt man heilsame und gesundheitsfördernde Wirkungen nach. Dies gilt auch für den Bergkristall, der entweder als Heilstein ergänzend zu einer Therapie verwendet oder einfach wegen seines faszinierenden Aussehens geliebt und gesammelt wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag stellt kein Heilversprechen dar und ersetzt keine medizinische Beratung. Eine heilende Wirkung von Steinen ist wissenschaftlich nicht belegt. Bei Erkrankungen gehen Sie bitte grundsätzlich zum Arzt.

Was ist Bergkristall?

Bergkristall ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral, das bereits Johann Wolfgang von Goethe faszinierte. Einer der bedeutsamsten Fundorte liegt in den Alpen, wo gleich mehrere tausend Doppelzentner in sogenannten Kristallkellern gefunden wurden. In Deutschland gehört das Fichtelgebirge zu den bekannten Fundstellen, wenngleich das Mineral weltweit vorkommt. Einer der größten Bergkristalle kann im Kristallmuseum Riedenburg besichtigt werden: rund 7,8 Tonnen schwer, etwa 1,80 m hoch, 3 m breit und 2 m tief.

Bergkristall ist eine Varietät von Quarz und besteht chemisch aus Siliziumdioxid (SiO₂) – also den Elementen Silizium und Sauerstoff. Er gehört zur Mineralklasse der Oxide. Farbige Quarz-Varietäten wie Amethyst oder Citrin verdanken ihre Töne winzigen Beimengungen anderer Elemente; der Bergkristall ist die reine, farblose Form.

Wie alle Quarze entsteht auch der Bergkristall aus silikatreichen Lösungen und Schmelzen. Ähnlich wie ein Diamant braucht er Mineralstoffe, Druck, gleichbleibende Temperaturen und viele tausend Jahre Zeit, um zu einem kristallklaren Mineral heranzuwachsen. Die Formenvielfalt ist beachtlich:

  • Doppelender
  • Zwillingsspitzen
  • Phantom-Kristalle
  • Monolithe
  • u. a.

Optisch fällt der Bergkristall dadurch auf, dass er – anders als Amethyst, Citrin oder Rosenquarz – farblos ist. Sein Anblick erinnert an einen Eiskristall. Es kann jedoch vorkommen, dass der glasklare Kristall Einschlüsse von Mineralien, Gasen oder Flüssigkeiten enthält, die mit bloßem Auge erkennbar sind.

Info: Der Name kommt aus dem Griechischen: krystallos heißt übersetzt Eis – wird das Mineral im Berg entdeckt, sieht der eisklare Quarz tatsächlich wie gefrorenes Eis aus. International heißt er Mountain Crystal, Rock Crystal oder Cristal de Roca.

Wofür wird Bergkristall verwendet?

Hauptsächlich kommt das Quarzmineral als Rohstoff für die Herstellung von Glas, Kristalllampen und optischen Linsen sowie in der Schmuckindustrie zum Einsatz. Sowohl kristallklare Exemplare als auch solche mit Einschlüssen oder leicht milchiger Trübung finden Verwendung.

Der materielle Wert bemisst sich in der Regel nach der Reinheit: Besonders klare Kristalle sind teurer als getrübte. Bei Schmuckstücken steht oft die Ästhetik im Vordergrund – eine besonders schöne, außergewöhnliche Form verleiht dem Mineral einen hohen emotionalen Wert.

Schmucksteine aus Bergkristall werden zum Besatz von Ketten, Ringen, Armbändern, Ohrringen und Fußkettchen verwendet oder als Anhänger an Textilband oder Collier getragen.

Info: Aufgrund seines häufigen Vorkommens ist Bergkristall vergleichsweise günstig. Gerade das macht ihn interessant: Geschliffen eignet er sich als bezahlbare Alternative zu teuren Edelsteinen. Ganz das brillante Feuer eines Diamanten erreicht er nicht, aber wunderschönen Schmuck kann man mit dem Quarzmineral allemal gestalten.

Welche Wirkung sagt die Steinheilkunde dem Bergkristall nach?

Die Annahme einer Heilwirkung von Mineralsteinen wird häufig als esoterisch abgetan – dennoch sind viele Menschen alternativen Ansätzen gegenüber aufgeschlossen. In der traditionellen Steinheilkunde gilt der Bergkristall als „Meisterstein”, dem unter anderem nachgesagt wird, Körper und Geist zu stärken, harmonisierend zu wirken, die Konzentration zu fördern oder bei Nervosität zu beruhigen.

Klar gesagt: Für keine dieser Wirkungen gibt es wissenschaftliche Belege. Wer den Stein als schönes Ritual, Handschmeichler oder Schmuck schätzt, macht nichts falsch – als Ersatz für eine medizinische Behandlung taugt er nicht.

Wie wird der Bergkristall traditionell angewendet?

In der klassischen Steinheilkunde wird das Mineral als Wasserstein in temperiertes Wasser ohne Kohlensäure gelegt und dieses als Trink-Kur eingenommen. Auch das Halten des Kristalls in der Hand, Erholungsbäder mit Steinen oder Massagen gehören zu den überlieferten Anwendungen. Schon Hildegard von Bingen empfahl Bergkristall-Anwendungen bei Magen- und Herzbeschwerden – ein Beleg für die lange Tradition, nicht für die Wirksamkeit.

Bergkristall-Schmuck: der schönste Weg zum Stein

Wer den Bergkristall täglich bei sich tragen möchte, greift am besten zu Schmuck. Ketten mit naturbelassenen oder geschliffenen Steinen sind in vielen Formen erhältlich:

  • Herz
  • Quader
  • Kugel
  • Tropfen
  • Kreuz
  • Donut
  • Platte

Je nach Schmuckart wird der Kristall gebohrt oder gefasst. Edelsteinhändler bieten zudem sogenannte Bergkristall-Coins an – ovale Trommelsteine für die Hosentasche, die als Handschmeichler dienen. Auch Daumensteine und Schlüsselanhänger sind beliebt.

Fazit: Schön ist er auf jeden Fall

Bergkristalle und andere Heilsteine werden seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen eingesetzt – von Naturvölkern über Buddhisten bis zu Hildegard von Bingen. Ob sich eine heilende Wirkung jemals wissenschaftlich bestätigen lässt, ist mehr als ungewiss; eine fundierte medizinische Behandlung ersetzt der Stein in keinem Fall. Aber es muss ja auch kein gesundheitliches Problem vorliegen, um sich schönen Bergkristall-Schmuck oder einen angenehmen Handschmeichler zu gönnen – die Faszination des eisklaren Minerals reicht als Grund völlig aus. Mehr zum Kauf lesen Sie in unserem Ratgeber Bergkristall kaufen.